Schnee ohne Ende: Zwei Wochen in Saalbach Hinterglemm

Mit vier Jahren stand ich das erste Mal auf Skiern. Seit dem sind meine Eltern mit meinen Geschwistern und mir jedes Jahr zum Skilaufen nach Österreich gefahren und es wurde für mich zu einem festen (und wichtigen!) Bestandteil jedes Jahres.

Seit fünf Jahren fahre ich nun immer im Januar mit dem Grundkurs Ski meiner alten Schule als Skilehrerin nach Saalbach-Hinterglemm. Zwei Wochen in den Bergen, zwei Wochen im Schnee, zwei Wochen auf den Skiern, zwei Wochen umgeben von Menschen, die man gern hat. Was kann es Besseres geben?

Für mich ist es einfach das Wunderbarste, auf den Skiern den Berg hinunterzudüsen. Die eisige Luft weht einem um die Nase, die Sonne kitzelt im Gesicht und der Schnee glitzert an den Hängen. Meine Traumvorstellung, auf die ich mich das ganze Jahr über freue bis die Skisachen im Koffer verschwinden und es endlich losgeht. Nur werden Traumvorstellungen eben nicht immer erfüllt…

So nämlich auch dieses Jahr. Statt Sonne und blauer Himmel, haben uns dicke Wolken und Schnee OHNE ENDE begrüßt. Schon die Tage bevor wir nach Österreich starteten, trudelte ein Schneebericht nach dem anderen auf meinem Handy ein und auch die Vorhersage für die folgenden Tage lautete immer gleich: Schnee, Schnee und nochmal Schnee. Als wir also an unserem Ankunftstag in Saalbach übermüdet aus dem Bus stiegen, erwartete uns ein Winter Wonderland wie aus dem Bilderbuch. Alles, aber auch wirklich alles war weiß und die Bäume bogen sich schon unter der schweren Last des Schnees.

Doch nicht genug – schon an unserem ersten Abend dort begann es wieder zu schneien und es hörte die folgenden Tage nicht wieder auf, sodass uns schon am zweiten Tag die Meldung erreichte, wie wären offiziell eingeschneit. Die Zufahrtstraße zum Tal war gesperrt, sodass niemand mehr hinein oder hinaus konnte. Für uns klang das erst einmal gar nicht besonder bedrohlich, wir hatten es ja noch rechtzeitig ins Tal und in die Unterkunft geschafft.

Folglich liefen die ersten Tage wie üblich, ich begleitete die Anfängergruppe an den kleinen Schlepper vor dem Haus, an dem sie nach und nach die ersten Schwünge zu fahren lernten – dabei war der viele Schnee als natürliche Bremse sogar ganz hilfreich für einige!

Nach den ersten Tagen, an denen das Tal weiterhin gesperrt war und es noch immer nicht aufhören wollte zu schneien, wurde das Wetter allerdings langsam nervig. Durch die Sperrung fuhren nur wenig Skibusse, Pisten und Lifte waren immer wieder aufgrund der hohen Lawinengefahr oder aufgrund von Wind gesperrt und ich wollte statt der grauen Nebelwand auf der Piste so gerne mal wieder den Himmel, die Sonne oder die Berge sehen.

Immer mehr Nachrichten aus der Heimat erreichten uns, wie es uns gehen würde, ob wir überhaupt Skifahren könnten oder im Haus festsitzen würden und ob bei uns der Außnahmezustand ausgerufen wäre. Ich muss sagen, eigentlich war es ziemlich entspannt bei uns – abgesehen davon, dass ich das schöne Wetter vermisst habe und ein paar Pisten nicht befahren werden durften. Natürlich waren wir uns alle der Lawinengefahr am Berg bzw. auch der Gefahr von Dachlawinen im Ort bewusst, allerdings konnten wir trotzdem jeden Tag Skikurs machen und waren auf der Piste. Im Vergleich zu vielen Orten in Bayern und Österreich, in denen Schulen evakuiert und Unfälle aufgrund von Lawinen sich häuften, haben wir also wirklich noch Glück gehabt!

Zum Ende der ersten Woche hin nahm der Schneefall dann auch endlich ab, Hausdächer im Ort wurden geräumt und die Straßen waren wieder frei. Kaum jemand von uns hatte es noch für möglich gehalten, aber nach 9 Tagen dichtem Schneefall, traute sich auf einmal tatsächlich doch die Sonne raus. Das Schneechaos der ersten Woche wurde also durch eine zweite Woche mit mehreren Tagen Sonne, atemberaubender Aussichten über die verschneiten Berge und traumhaften Pistenbedingungen entschädigt, sodass meine Traumvorstellung vom perfekten Skitag und in der Sonne glitzerndem Schnee doch noch in Erfüllung gegangen ist.

Wir hatten trotz des verschneiten, grauen Starts also eine wunderbare Zeit beim Skifahren in Saalbach – mit traumhaften Pisten, Sonnenstrahlen, Glühwein auf der Hütte und vielen schönen Momenten. Da kann ich nun – zurück in Dresden – direkt mit der Vorfreude auf’s nächste Jahr wieder in den Alltag starten!

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