Inselliebe: Kefalonia

Es war ein Samstagmorgen, an dem ich mit Freunden in einem kleinen Eckcafé in der Nähe vom KuDamm in Berlin saß und wir gerade unseren Cappucchino schlürften, als wir alle das dringende Bedürfnis nach etwas Sonne und Sommergefühl verspürten. Urlaub musste her! Und das möglichst nicht so, dass es unseren Geldbeutel sprengen würde.

Also saßen wir ein paar Tage später am PC und suchten nach Zielen, Flügen und Möglichkeiten, um dem kühlen Deutschland für eine Woche zu entkommen.

Über die sogenannte Powersuche der Suchmaschiene „Swoodoo“, die einem nach nur ein paar Klicks alle verfügbaren Flüge ab dem Wunschflughafen anzeigt, sind wir auf die kleine griechische Insel „Kefalonia“ gestoßen. Niemand von uns hatte zuvor von der Insel gehört, aber schon alleine die Worte „griechische Insel“ zauberten uns Bilder von Sandstränden, blauem Meer und Cocktails in der Sonne in die Köpfe. Gesagt, getan. Zwei Wochen später waren alle Urlaubsanträge bewilligt, alle Flüge gebucht und die Woche vor Ostern im Kalender markiert. Die Vorfreude war riesig!

Ankunft auf Kefalonia

Ohne konkrete Vorstellung, was uns erwarten würde, starteten wir also Mitte April in Richtung Mittelmeer. Wir sind von Berlin Tegel mit der Fluggesellschaft Ryanair, die Kefalonia zu dieser Jahreszeit dreimal die Woche nach Kefalonia ansteuert, rund zweieinhalb Stunden geflogen. Auf der Insel gelandet stiegen wir aus dem Flugzeug und betraten die Ankunftshalle… naja die Bezeichnung „Halle“ ist nicht ganz zutreffend. Das Gebäude bestand aus kaum mehr als 2 Räumen, von denen in einem das Gepäckband innerhalb weniger Minuten bereits die Koffer präsentierte, und im anderen zwei Autovermietungen ihre Büros hatten. Es war also der kleinste Flughafen, den wir alle je gesehen hatten.

Und so klein und ruhig wie dieser erste Eindruck am Flughafen war vieles auf Kefalonia. Eine kleine, aber wunderschön wilde Insel, auf der (noch?) angenehm wenig Toursimus herrschte. Kristallklares Meer, das von türkis bis tiefblau in allen Farben schimmerte, unendlich viele Strände und Steilküsten, kleine Orte mit weißen Häusern, die sich in den engen Gassen aneinanderreihten. Vieles machte einen unfertigen Eindruck, bestärkte einen aber nur noch mehr in dem Gefühl, dass dort die Uhren noch ein wenig langsamer liefen.

Morgens beim Frühstück sowie abends beim Grillen haben wir auf der Terasse den grandiosen Blick über das Meer genossen. Die Sonne war schon im April sehr warm und glühte angenehm auf der Haut, auch wenn sie es noch nicht schaffte, den Pool unserer kleinen Villa wirklich aufzuheizen.

Mit Blick auf das Meer, lag die Unterkunft in der Nähe des Flughafens. Durch den wenigen Flugverkehr fühlten wir uns dadurch allerdings kaum gestört.

Hier geht’s zur Unterkunft.

Auf Kefalonia gibt es einige schöne Dinge zu entdecken, ein Mietwagen ist dabei aber absolut zu empfehlen, da die öffentliche Verkehrsanbindung wahrscheinlich ebenso umfangreich ausgebaut ist wie der Flughafen! 😉 Wie für England haben wir den Mietwagen wieder über Check24 gebucht und waren mit der Vermietung von GreenMotion auch wunderbar zufrieden. Generell muss man sagen, dass das Autofahren auf Kefalonia einen ganz eigenen Charakter hat. Vorfahrtsregeln existieren eigentlich nicht, man muss immer mit spontan auftretenden Ziegen oder Kühen auf der Straße rechnen, aber wir hatten zumindest Glück und es herrschte insgesamt nicht sonderlich viel Verkehr (zumindest nicht außerhalb der Hauptstadt Argostoli). Für uns hat es prima gepasst und wir haben viele schöne Ecken entdecken können.

Im Folgenden zeige ich euch meine drei Lieblingsausflüge:

Fiskardo

Das kleine Fischerdorf Fiskardo liegt im Norden von Kefalonia und ist das einzige Dorf, das von einem schweren Erdbeben 1953 verschont geblieben ist. Die kleinen Häuser mit ihren bunten Fensterläden sind teilweise 300 bis 400 Jahre alt und geben dem Ort einen ganz besonderen, mediterranen Flair. Im Hafen reihen sich die kleinen Fischerboote aneinander wie auch die Restaurants und Bars, vor denen verschiedene weiße und cremefarbene Holzmöbel direkt am Wasser zum Erholen und Entspannen einladen. Da wir zum Ende der Nebensaison dort waren, hatten nur ein paar der Restaurants offen und es war nicht zu überfüllt. An den Hauswänden standen die Eigentümer mit ihren klapprigen Leitern und verpassten den Hauswänden sowie den Fensterläden einen neuen Anstrich, bevor der Sommer beginnen würde. Es war eine schöne Stimmung in Fiskardo, ein bisschen wie ein Aufwachen aus dem langen Winter!

Wir sind an der Promenade entlang spaziert, haben Fisch und griechisches Souflaki direkt am Meer gegessen und haben uns die Sonne auf die Nasen scheinen lassen.

Von Fiskardo aus haben wir, nachdem wir am Hafenbecken weiter aus dem Ort hinaus gelaufen sind, eine Mini-Wanderung zu einem alten Leuchtturm gemacht. Der Weg war an einer Tafel am Hafen dargestellt und war nicht schwer zu finden. Der Weg führte und immer entlang der Küste und durch den Wald bis dorthin, dann weiter zu der modernen Variante des Leuchtturms, vorbei an der Ruine einer alten Kapelle und zurück nach Fiskardo.

Melissani Höhle

Die Melissani Höhle wurde überall angepriesen. Ob im Internet, im Reiseführer oder von Einheimischen – Melissani schien ein Kefalonia-Klassiker zu sein! Also mussten wir die auf jeden Fall besuchen, das stand fest. Im Internet hatten wir herausgefunden, dass die Höhlen von November bis Mai nur Donnerstags und Samstags besichtigt werden konnten. Also sind wir am Donnerstag nach dem Frühstück aufgebrochen, um mit dem Auto in Richtung Sami an der Ostküste Kefalonias , wo die besagten Höhlen liegen sollten, zu fahren. Als wir ankamen, fuhr gerade ein kleiner Bus mit einigen Touristen ab; wahrscheinlich alle, die außer uns zu der Zeit noch auf der Insel waren 😉

Wir bezahlten die 7€ Eintritt pro Person und waren gespannt, was uns erwarten würde! Und ja, es war wunderschön, das u-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h klare Wasser in der Höhle zu sehen und durch das man deutlich bis zum Grund der Höhle schauen konnte.
Die Melissani Höhle wurde entdeckt, nachdem das Dach der Höhle durch ein Erdbeben eingestürzt war. Durch die Öffnung strahlt nun das Sonnenlicht in die Höhle und dadurch alles glitzert und funkelt alles im Inneren.

Trotzdem muss ich sagen, dass wir uns für 7€ Eintritt mehr als eine zehnminütige Runde auf dem Ruderboot und ein paar kläglichen Informationsversuchen des Rudermannes erhofft hatten. Beeindruckend war es natürlich trotzdem! Besonders, wenn man sich dieses Naturspektakel bewusst macht. Jedoch sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen dort aufschlagen. Wie gesagt, Kefalonia ist nicht die touristisch-erschlossenste Insel 😉

Fteri Beach

Vom Strand bei Fteri hatten wir im Internet und erfahren, dass es sich dabei um einen traumhaft schönen Küstenabschnitt handeln soll. Das wollten wir natürlich sehen! Ganz die formvollendete Infrastruktur aus Deutschland gewöhnt, haben wir unser Ziel einfach bei Google Maps eingegeben und sind losgefahren. Zu Beginn lief auch alles wunderbar und wir näherten uns auf der Küstenstraße nach und nach unserem Ziel. Dann jedoch navigierte uns Google auf eine eher provisorische Betonstraße, die zwischen Olivenhainen und Schaf- und Ziegenherden die Hügel hoch führte.

Nach einer Weile sollten wir einfach von dieser Betonstraße abfahren und auf einem Kiesweg weiterfahren. Die Schotterwiese erschien uns allerdings (besonders mit einem Mietwagen) nicht besonders vertrauenserweckend und wir bereuten es ein wenig, uns nicht intensiver mit der Anfahrt auseinandergesetzt zu haben! Wir entschieden, das Auto am Rand der Betonstraße abzustellen (es fuhren dort sowieso keine anderen Autos) und der Google Maps Navigation noch ein wenig zu Fuß zu folgen. Ich kürze die Geschichte ab: wir haben irgendwann den Strand gefunden. Aber es ist kein ganz leichter Weg und vor allem eins nicht – selbsterklärend! Nachdem eine Schafhüterin uns quer über den Hügel den richtigen Weg zugerufen hatte, wir noch eine Weile hin und her geirrt sind, Felsen hinunter und zwischen Büschen hindurch gekraxelt sind und uns bis zum Ende nicht zu 100% sicher waren, ob wir tatsächlich auf dem richtigen Weg waren, standen wir schlussendlich an einem Strand, der übersäht war von hell leuchtenden weißen Steinen. Dahinter lag das Meer, türkisblau, glitzernd, glasklar. Und das Beste? Wir waren die einzigen Menschen dort! Als hätten wir gerade einen geheimen Ort entdeckt, von dem außer uns niemand wusste. Da hatte sich der etwas schwierigere Hinweg mehr als gelohnt!

Ach Kefalonia… schön warst du! Wie gerne würde ich jetzt wieder mit einem Glas Wein auf der Terrasse unserer kleinen Villa sitzen, die Beine von mir strecken und den Blick über das Meer schweifen lassen. Kefalonia, irgendwann kommen wir bestimmt nochmal mal wieder!

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