Die kleine Auszeit: Ein Morgen in der Sächsischen Schweiz

Manchmal muss man freie Zeit einfach nutzen, um raus ins Grüne zu fahren. Selbst wenn es nur ein paar Stunden sind.

Mein Freund und ich steckten beide mitten im Schreiben einer Seminar- bzw. Abschlussarbeit, als wir beide das Gefühl hatten, die Batterien wären leer und der Kopf viel zu voll, um den nächsten Tag auch wieder produktiv arbeiten zu können. Also haben wir uns am nächsten Tag den Wecker wie sonst zwar morgens um sechs gestellt, haben uns aber – statt direkt wieder an den Schreibtisch zu wandern – den Vormittag „frei“ genommen. Wir haben Kaffee abgefüllt und Brote geschmiert, haben uns eine Decke eingepackt und die Kamera geschnappt und sind in die Sächsische Schweiz aufgebrochen.

Gegen acht Uhr waren wir am Ausgangspunkt unser kleinen Morgenwanderung angekommen: die Neumannmühle im Kirnitzschtal (Info nebenbei: das Parken dort kostet 5€ für den ganzen Tag, Stundentickets gibt es leider nicht).

Von dort aus folgten wir dem Weg vom Parkplatz aus in den Wald eine ganze Weile bis rechts ein Abzweig in Richtung „Großer Zschand“ auftauchte. Diesem Weg folgten wit weiter und spazierten zwischen riesigen Bäumen hindurch die Zeughausstraße entlang. Zwei Abzweigungen weiter bogen wir links in Richtung kleiner Winterberg ab, wo unendlich viele Treppenstufen auf uns warteten.

Aber der Aufstiegt lohnte sich wie immer! Nachdem wir die letzte Treppenstufe hinter uns gebracht hatten, bogen wir links ab und folgten dem Weg bis zur nächsten Aussichtsstelle. Und was war das schön! Die Sonne stand schon etwas höher am Horizont und flutete das Meer aus Bäumen, dass zwischen den vereinzelten Felsen lag. Die Herbstblätter leuchteten golden unter dem wolkenlosen blauen Himmel.

Während Eric es sich auf einem Felsen gemütlich machte, Kaffee eingoss und Brote auspackte, sprang ich erstmal noch mit meiner Kamera über die Felsen, um die schönen Eindrücke fotografisch festzuhalten. Das könnte ich wirklich ewig tun!

Die Sonne im Gesicht saßen wir dann dort oben, beide eine Tasse Kaffee in der Hand. Und dann ganz plötzlich stieg ein Vogelschwarm geräuschvoll aus den Baumwipfeln empor. Erst sah man nur die kleine, sich rasch über die Bäume bewegende Wolke, bis dann auch das Geräusch der flatternden Flügen uns erreichte. So mitten in der Natur hören die Gedanken in meinem Kopf immer auf einmal auf zu routieren. Wie ein ganz kleiner Urlaubsmoment, in dem der Unistress und Arbeitsalltag plötzlich vergessen sind. Für den Augenblick ist man einfach nur dort, hoch oben auf den Sandsteinen, atmet die frische Luft und genießt den Ausblick. Das entschleunigt so sehr und lädt die Batterien wieder für eine Weile auf.

Egal ob ein Morgen in der Sächsischen Schweiz, ein langer Spaziergang im Wald oder am Wasser – eine kleine Auszeit hilft in den stressigen Phasen des Arbeitsalltags oder Unilebens, den Kopf für einen Moment freizubekommen, die Anspannung von sich zu schütteln und neue Energie zu tanken. Selbst wenn man denkt, die Zeit hat man nicht. Danach geht es wieder mit voller Kraft weiter – und schönen Erinnerungen im Gepäck!

2 Gedanken zu “Die kleine Auszeit: Ein Morgen in der Sächsischen Schweiz

  1. Liebe Isabel,
    Ich kann dich so gut verstehen. Es gibt nichts besseres, als raus zu gehen, wenn der Kopf voll ist. Und wenn man erst mal draußen ist, spielt sogar das Wetter keine Rolle mehr. Schön ist es immer.
    Dass ich dich aber noch mal extra beneide, liegt an dem wundervollen Ausgangspunkt, von dem du starten kannst. Seit ich vom Malerweg zurück bin, kann ich noch besser einschätzen, was für ein Glück da um dich rum auf dich wartet. Ich lass es gerade noch mal Revue passieren, weil ich die nächsten Wochen darüber schreibe. Da läuft man ja gefühlt noch mal. Und auch das macht den Kopf irgendwie frei.
    Liebe Grüße, Audrey

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    1. Liebe Audrey, erst jetzt habe ich deinen lieben Kommentar entdeckt! Du hast Recht, das Schöne am Schreiben ist, dass man die Momente, Eindrücke und Erlebnisse noch einmal durchlebt und ein kleines bisschen dahin zurückkehrt. Lass es dir gut gehen! Vielleicht ist der nächste Besuch der Sächsischen Schweiz (oder eine andere schöne Auszeit in der Natur) ja nicht mehr weit 🙂
      Liebe Grüße, Isabel

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